Zurück zur Übersicht

Biergenuss mit Umweltschutz: Bayreuther Forscher entwickeln nachhaltige Bierproduktion

Oberfranken hat die weltweit höchste Brauereidichte. Und eine unberührte Natur obendrein. Was also lag näher, als zu untersuchen, ob sich der Gerstensaft umweltfreundlicher herstellen lässt? Denn beim Bierbrauen ist Kohlendioxid (CO2), bekanntlich ein schädliches Treibhausgas, bislang ein unverzichtbarer Bestandteil des Produktionsprozesses.

Umwelt schützen – Bier trinken! Foto: NMB

 

Die Neue Materialien Bayreuth GmbH und der Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik der Universität Bayreuth stellten sich daher zusammen mit den Brauexperten Neumarkter Lammsbräu und Bamberger Kaspar Schulz Brauereimaschinenfabrik die Frage: Wie kann das Kohlendioxid nach seinem Einsatz rückgewonnen und anschließend erneut verwertet werden?

Voraussetzung für ein solches, nachhaltiges Brauverfahren ist ein geeignetes Speichermedium für CO2. Hierfür haben die Forscher der Neue Materialien Bayreuth einen neuartigen Werkstoff entwickelt, der es möglich macht, das bei der Gärung entstehende Treibhausgas zu speichern und bei Bedarf gezielt wieder freizusetzen. Wie ein Schwamm saugt das Biomaterial, das aus nachwachsender Cellulose besteht, die CO2-Moleküle auf. Ab einer Temperatur von 100 °C kann das Gas kontrolliert freigesetzt werden und damit diesem oder anderen Prozessen wieder zur Verfügung gestellt werden.

Der neuartige Werkstoff, den die außeruniversitäre Forschungseinrichtung auf dem Bayreuther Technologiehügel entwickelt hat, ist aber nicht nur für das Bierbrauen interessant. Er kann überall dort eingesetzt werden, wo Kohlendioxid prozesstechnisch anfällt, beispielsweise bei der Bioethanol-Produktion, bei der thermischen Verwertung von Abfällen oder bei der Herstellung von Matratzen.

Die Partner des von der Deutschen Bundesstiftung Umweltschutz geförderten Forschungsprojektes haben eine klare Aufgabenverteilung: Neben der Entwicklung des Gasspeicherwerkstoffs durch die Neue Materialien Bayreuth untersucht die Universität das Verfahren an einer Laboranlage; Kaspar Schulz konzipiert die produktionsfähige Anlagentechnik, auf der die Lammsbräu am Ende den Prozess in der Praxis erproben wird.

Übrigens: Belohnt wird der Brauer nicht nur mit einem umweltfreundlichen Brauverfahren, sondern zudem auch noch mit niedrigeren Produktionskosten. Na dann: Prost!

Weitere Informationen unter: https://co2gewinnung.de


Ansprechpartner

Neue Materialien Bayreuth GmbH
Dr. Julia Gensel | E-Mail: julia.gensel@nmbgmbh.de